Kein heißes Wasser nehmen: Brausetabletten und Pulver auflösen
© wissanu_phiphithaphong/ iStock/Getty Images Plus
Letztes Update am: 

Kein heißes Wasser nehmen: Brausetabletten und Pulver auflösen

Viele Medikamente werden in Form von Brausetabletten und Pulvern hergestellt. Ihr Vorteil ist, dass sie sich rasch auflösen und schnell wirken. Aber Vorsicht: Heißes Wasser ist nicht geeignet.

Pulver und Granulate: zwei Wirkstoffe

Pulver und Granulate werden in Flüssigkeit eingerührt. Sie wirken rasch, da die Wirkstoffe bereits in gelöster Form im Magen ankommen. Außerdem sind sie gut für Menschen mit Schluckproblemen geeignet. Mediziner unterscheiden Wirkstoffe, die sich in Wasser lösen – eine klare Lösung bilden – und solche, die sich beim Umrühren verteilen (Suspensionen).

Brausetabletten und Pulver nicht in heißem Wasser auflösen

Verschreibt der Arzt Brausetabletten oder Pulver zum Auflösen, sollten diese, wie Tabletten auch, in zimmerwarmem Wasser gelöst werden. Auf keinen Fall sollte heißes Wasser verwendet werden, da sonst die Wirkstoffe zerstört werden. Eine Ausnahme stellen Nahrungsergänzungsmittel oder Heilkräuterzubereitungen dar, die als Tee getrunken werden dürfen. Dort ist bei den Zubereitungsschritten die Verwendung von heißem Wasser aufgezeigt.

Brausetabletten und Pulver auflösen: Wie viel Wasser brauche ich?

Brausetabletten und Pulver sollten in der Regel in einem großen Glas Wasser gelöst werden. Wichtig: Nehmen Sie kein kohlensäurehaltiges Wasser, da die Flüssigkeit sonst überschäumen kann.

Häufig ist in der Packungsbeilage eine genaue Flüssigkeitsmenge angegeben. Ein Beispiel sind Antibiotika, die in Pulverform verabreicht werden. Viele kommen bei Frauen zur Anwendung, die häufig mit Blasenentzündungen zu kämpfen haben. Sie nehmen das Antibiotikum vor dem Schlafengehen ein. Da die Wirkstoffe möglichst lange in der Blase verbleiben sollen, wird das Pulver in einer geringeren Wassermenge gelöst.

Brausetabletten und Pulver enthalten als Sprudelzusatz häufig reichlich Natriumcarbonat. Wer zum Beispiel eine kranke Niere hat und eine natriumarme Ernährung einhalten muss, sollte vorsichtig sein und seinen Arzt darauf hinweisen.

Gelöste Brausetabletten und Pulver sofort trinken

Das gelöste Medikament sollte sofort getrunken und nicht über einen längeren Zeitraum stehengelassen werden. Sonst kann die Wirkung des Medikaments nachlassen, da die Wirkstoffe Licht und Sauerstoff ausgesetzt sind.

Bei Suspensionen, bei denen die festen Teilchen lediglich aufgeschwemmt beziehungsweise in der Lösung verteilt sind, ist eine rasche Einnahme deshalb so wichtig, weil sich die Bestandteile sonst wieder absetzen. Es besteht die Gefahr eines Dosierungsfehlers.

Eine Ausnahme stellen manche Pulver dar, die Bakterien zur Verbesserung der Darmflora beinhalten. Sie müssen teilweise in warmem Wasser gelöst und kurz stehen gelassen werden.

Haben Sie das Glas ausgetrunken, geben Sie nochmals einen Schluck Wasser hinein, schwenken und trinken Sie ihn. So nehmen Sie Wirkstoffe auf, die sich am Boden abgesetzt haben.

Lesen Sie die Packungsbeilage

Bei Brausetabletten, Granulaten und Pulvern kann die Einnahmeempfehlung von Präparat zu Präparat variieren. Lesen Sie daher immer die Hinweise auf der Verpackung oder im Beipackzettel oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wie das Medikament richtig einzunehmen ist.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
AL
Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
Ann-Kathrin Landzettel
Wie finden Sie diesen Artikel?