Hashimoto: Ernährung & Diät bei der Schilddrüsenerkrankung
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Hashimoto: Ernährung & Diät bei der Schilddrüsenerkrankung

Sollen Hashimoto-Patienten eine bestimmte Ernährung verfolgen oder sogar Diät halten? Tatsächlich kann die Nahrung auf die chronische Schilddrüsenentzündung Einfluss nehmen. Worauf es bei der Ernährung mit der Hashimoto Erkrankung ankommt, erfahren Sie hier.

Die richtige Ernährung für Hashimoto-Patienten

Durch die chronische Entzündung produziert die Schilddrüse bei einer Hashimoto-Erkrankung auf Dauer nicht mehr genügend Hormone, um den Körper ausreichend zu versorgen. Die Hormonproduktion kann sogar ganz zum Erliegen kommen. Die langfristige Folge ist eine Schilddrüsenunterfunktion. Dazu gehören unter anderem Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Gibt es eine bestimmte Ernährung, die Hashimoto-Symptome abmildern und die Entzündung zurückdrängen kann?

Erkrankung Hashimoto braucht keine strenge Ernährung oder Diät

Eine spezielle Ernährung oder Diät müssen Hashimoto-Patienten nicht einhalten. Allgemein anerkannte Ernährungsempfehlungen bei Hashimoto gibt es nicht. Allerdings profitieren Betroffene von einer gesunden und ausgewogenen Ernährung genauso wie Gesunde. Außerdem gibt es Hinweise, dass sich selen-, zink- und eisenhaltige Lebensmittel möglicherweise günstig auf die Symptome der Autoimmunerkrankung auswirken können.

Das richtige Essen kann die Hashimoto-Symptome lindern

Auch wenn es nicht “die” Ernährung bei einer Erkrankung mit Hashimoto gibt, so sind doch viele Lebensmittel für ihre positiven Auswirkungen auf das Immunsystem oder bei Entzündungen bekannt. Daraus ergeben sich folgende Ernährungstipps, von denen Hashimoto-Patienten möglicherweise profitieren können:

  • viel Gemüse
  • Lachs, Lein- oder Hanföl mit entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren
  • selenhaltige Nahrungsmittel wie Champignons, Paranüsse oder Weizengraspulver
  • Gewürze wie Ingwer, Pfeffer oder Kurkuma, die Antioxidantien enthalten
  • frisches Obst (mit Ausnahme zuckerreicher Sorten wie Bananen, Mango oder Ananas)
  • in Maßen: Nüsse und Pflanzenöle wie Oliven- oder Rapsöl
  • Eier und fettarme Milchprodukte

Ernährung bei Hashimoto: Wie verträglich ist Gluten?

Noch nicht ausreichend erforscht ist der Einfluss von Gluten auf den Organismus von Hashimoto-Patienten. Das Getreide-Eiweiß kann beispielsweise eine Autoimmunkrankheit des Dünndarms begünstigen. Wer sichergehen will, ersetzt Vollkornprodukte aus Weizen, Dinkel oder Roggen durch solche aus sogenannten Scheingetreiden wie Buchweizen, Quinoa oder Amarant.

Ernährung bei Hashimoto: Sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?

Möglicherweise können Nahrungsergänzungsmittel bei Hashimoto sinnvoll sein, vor allem Nahrungsergänzungsmittel mit Selen, Zink und Eisen. Dahinter steckt die Beobachtung, dass sich Antioxidantien günstig bei Autoimmunkrankheiten auswirken und Selen die Entzündungsreaktion der Schilddrüse abmildern kann. Allerdings sollten Hashimoto-Patienten Nahrungsergänzungsmittel nie ohne Absprache mit ihrem Arzt einnehmen, um die Behandlung der Schilddrüsenerkrankung nicht negativ zu beeinflussen.

Selen beispielsweise steht in Verdacht, Alterszucker (Diabetes Typ 2) zu fördern. Bei Übergewicht oder familiärer Anfälligkeit für Diabetes sollte zuvor ein Arzt befragt werden. Zink wirkt sich dagegen vor allem positiv aus – es mindert die Infektanfälligkeit und steigert das Wohlempfinden von Betroffenen. Auf Nahrungsergänzungsmitteln sollte allerdings nicht der Fokus liegen: Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt immer auch, welche frischen Lebensmittel die Therapie möglicherweise positiv beeinflussen können.

Kann man mit Hashimoto Diät halten?

Zu den Symptomen der chronischen Schilddrüsenentzündung gehört oftmals auch eine Gewichtszunahme, selbst bei angemessener Kalorienzufuhr. Hilfreich ist dann möglicherweise das sogenannte Intervallfasten: Essen Sie lediglich einmal am Tag und einmal zu Abend und lassen Sie bis zur nächsten Tagesmahlzeit 16 Stunden verstreichen. Sprechen Sie aber auch diese Ernährungsform zuvor mit Ihrem Arzt ab und fragen Sie nach, worauf Sie im Besonderen achten müssen. Nicht jedem Körper bekommt eine so lange Zeitspanne ohne Essen. Am besten tastet man sich langsam an das Intervall-Fasten heran - vielleicht sogar mit Hilfe einer Ernährungsberatung.

Ernährung bei Hashimoto-Erkrankung: Richtig trinken spart Kalorien

Wer mit Hashimoto abnehmen möchte, sollte seine Getränke kritisch unter die Lupe nehmen. Mit der richtigen Getränke-Wahl lassen sich eine Menge Kalorien einsparen. Die Getränke sollten zuckerfrei sein, um eine Gewichtszunahme einzudämmen. Trinken Sie am besten überwiegend Wasser, ansonsten Tees wie Kräutertee oder Früchtetee. Achtung: Der vermeintlich gesunde Smoothie ist eine echte Fruchtzucker-Bombe für den Körper. Auch Säfte und Trockenfrüchte sind reich an Zucker. Hier nur in Maßen zugreifen. Mit einem Glas Tomatensaft oder einem anderen Gemüsesaft sind Sie kalorienärmer unterwegs. Und: Vermeiden Sie Alkohol. Denn was viele nicht wissen: Alkohol hat fast so viele Kilokalorien wie Fett. Ein Gramm Fett hat 9,3 Kilokalorien. Ein Gramm Alkohol 7,1 Kilokalorien.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
AL
Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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