Gesund im Sommer: So bleiben Sie bei Hitze fit
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Gesund im Sommer: So bleiben Sie bei Hitze fit

Blauer Himmel, warme Temperaturen und Ausflüge im Freien: Der lang ersehnte Sommer steht vor der Tür. Wir haben fünf Tipps für Sie, damit die schönste Zeit des Jahres nicht von Sonnenbrand, Insektenstichen, Reisekrankheiten und Hitzschlag überschattet wird.

Sonnenbrand und Hitzschlag: So wichtig ist Sonnenschutz

Zu viel Sonneneinstrahlung hat es in sich. Auf der Haut kann sich ein schmerzhafter Sonnenbrand entwickeln. Direkte, intensive Sonneneinstrahlung kann einen Hitzschlag oder einen Sonnenstich verursachen. Langfristig steigt sogar das Hautkrebsrisiko. Ein guter Sonnenschutz ist für einen gesunden Sommer daher unverzichtbar – sowohl mit Blick auf die UV-Strahlung als auch auf die Hitze. Eine wasserfeste Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist wichtig.

Ebenso bieten eine Kopfbedeckung, ein Sonnenschirm, ein kühler Schattenplatz und Kleidung, die beispielsweise die Schultern bedeckt, Schutz vor zu viel Sonne. Übrigens: Da Sonnenstrahlung auch den Augen schaden kann, raten Augenärzte, eine Sonnenbrille mit gutem UV-Schutz zu tragen.

Gesund im Sommer: Bei Hitze braucht der Körper Wasser

Kopfschmerzen, Schwindel bis hin zu einem Sonnenstich mit Übelkeit und Erbrechen oder einem lebensbedrohlichen Hitzschlag: Das kann passieren, wenn man im Sommer zu wenig trinkt und den Körper nicht ausreichend kühlt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt gesunden Erwachsenen, täglich 1,5 Liter Wasser zu trinken. Im Sommer darf es gerne etwas mehr sein: Laut DGE können bei großer Hitze oder wenn man Sport treibt, ein halber bis ein Liter Wasser pro Stunde zusätzlich nötig sein.

Ideale Durstlöscher und Flüssigkeitslieferanten seien Wasser und ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees. Saftschorlen mit drei Teilen Wasser und einem Teil Saft eignen sich ebenfalls. Trinken Sie zwischendurch immer wieder ein großes Glas. So beugen Sie Austrocknung (Dehydration) vor.

Hitzschlag und Sonnenstich: der Unterschied

Der Sonnenstich ist eher lokal auf den Kopf beschränkt. Er droht, wenn Kopf und Nacken der Sonne ausgesetzt sind. In Folge des Hitzestaus im Kopf werden die Hirnhäute gereizt und können sich entzünden. Symptome eines Sonnenstichs sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Nackensteifheit. Der Kopf ist meist rot und heiß, der Rest des Körpers eher kühl. Ein Hitzschlag hingegen ist durch eine hohe Körpertemperatur bis über 40 Grad, schnellen Herzschlag, niedrigen Blutdruck und trockene Haut (kein Schweiß) gekennzeichnet. Bewusstlosigkeit droht. Der Hitzschlag betrifft den Körper insgesamt. Der Körper ist so stark erhitzt, dass sein Regulierungssystem ausfällt. Betroffene werden intensivmedizinisch betreut, da Lebensgefahr besteht.

Richtig schützen vor Stechmücken und Zecken

Ebenfalls ein Thema sind Mücken. Spätestens, wenn die Sonne langsam untergeht, ist es mit der Ruhe auf der Picknickdecke vorbei. Stechmücken surren um die Ohren und stechen in die Haut. In heimischen Gefilden ist die juckende Schwellung unangenehm. In manchen Ländern kann ein Stich lebensbedrohlich werden, etwa wenn die Mücke Erreger überträgt, die beispielsweise Erkrankungen wie Gelbfieber, Dengue-Fieber, Japanische Enzephalitis oder Malaria auslösen.

Neben langer Kleidung, Fliegenschutzgittern an Fenstern, Moskitonetzen über dem Bett sowie Ventilatoren und Klimaanlagen bieten Cremes gegen Stechmücken und Mückenschutzsprays, sogenannte Repellentien, Schutz vor Stichen. Manche der Repellentien können sowohl auf die Haut als auch auf die Kleidung aufgetragen werden. 

Mit Zeckenschutz gesund im Sommer

Um gesund im Sommer zu sein, ist auch der Schutz vor Zecken wichtig. Die Spinnentiere können die Erkrankungen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose übertragen. Während es eine „Zecken-Impfung“ gegen FSME gibt, ist gegen Borreliose keine Impfung auf dem Markt. Die FSME ist eine grippeähnliche Virusinfektion, die manchmal zu einer Hirnhautentzündung führt. Die Borreliose ist eine durch Bakterien ausgelöste Infektionskrankheit. Sie ist häufiger als die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Viele Repellentien helfen, sowohl Stechmücken als auch Zecken abzuwehren. Repellentien müssen regelmäßig aufgetragen werden, damit die Wirkung anhält. Die abwehrenden Duftstoffe verfliegen nach wenigen Stunden.

Sommer-Tipp: Heuschnupfen behandeln lassen

Angaben der Deutschen Lungenstiftung e. V. zufolge leidet nahezu jeder vierte bis fünfte Erwachsene unter Heuschnupfen; bei Kindern ab sechs Jahren sind es sogar zwischen sieben und 13 Prozent. Tendenz steigend. Die Lungenexperten raten, Heuschnupfen in jedem Fall behandeln zu lassen, denn: Die Allergie kann von den oberen Atemwegen in die tieferen „wandern“. Oft komme es nach Jahren - vor allem, wenn keine angemessene Behandlung erfolge - zu einem allergischen Asthma. Bei etwa 30 Prozent der Patienten würde sich innerhalb von zehn Jahren ein Asthma bronchiale entwickeln.

Gesund bleiben im Urlaub: Auf diese Hygiene kommt es an

Wer Urlaub im Ausland macht, sollte zudem einige Tipps beherzigen, um Reisekrankheiten vorzubeugen. In Ländern, in denen die Hygienebedingungen schlechter sind, ist beispielsweise das Risiko für Reisedurchfall erhöht. Magen-Darm-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Reisekrankheiten, die Urlauber plagen. Das Trinkwasser kann mit Keimen belastet sein, ebenso Nahrungsmittel.

Das Auswärtige Amt empfiehlt daher das bewährte Motto “peel it, cook it, boil it or leave it” (schäl es, gar es, koch es oder lass es). So ließen sich Durchfallerkrankungen durch Infektionserreger minimieren. Auch regelmäßiges Händewaschen, das Trinken von abgepacktem Wasser sowie das Zähneputzen mit diesem Wasser gehört zu den Reise-Tipps, die helfen, Magen-Darm-Erkrankungen vorzubeugen.

Reise-Tipp: Informieren Sie sich rechtzeitig vor Antritt der Reise, ob für Ihr Reiseziel bestimmte Impfungen zum Schutz vor Infektionserkrankungen empfohlen sind. Fragen Sie bei Ihrem Arzt ebenfalls nach, ob er bestimmte Medikamente für den Notfall zur Mitnahme empfiehlt, etwa ein Malariamittel.

Gesund im Sommer - die richtige Urlaubsapotheke

Da nie ausgeschlossen werden kann, dass man auf Reisen krank wird, ist es ratsam, eine gut ausgestattete Reise-Apotheke im Koffer dabei zu haben. Diese Basis-Reise-Apotheke ist empfehlenswert:

  • Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen müssen.
  • Material zur Wundversorgung, etwa Pflaster, Mullbinden, Wundkompressen, Wunddesinfektion
  • Schere
  • Pinzette
  • Zeckenzange
  • Schmerz- und Fiebermittel
  • Fieberthermometer
  • Befeuchtende beziehungsweise abschwellende Nasentropfen
  • Medikamente gegen Reiseübelkeit, sofern notwendig
  • Medikamente gegen Durchfall beziehungsweise Verstopfung
  • Tabletten gegen Halsschmerzen
  • Bei Allergie: allergielindernde Medikamente (Antihistaminika), etwa antiallergische Augentropfen. Bei gefährlichen Allergien mit Risiko für einen allergischen Schock: vom Arzt verschriebenes Notfall-Paket, etwa Kortison als Spritze oder Spray zum Inhalieren.
Checkliste für die Reiseapotheke zum Download

Laden Sie hier die Checkliste für die Reiseapotheke zum Download runter, damit sie alle wichtigen Punkte abhaken können.

Wichtig: Wer aufgrund bestimmter Erkrankungen regelmäßig Medikamente braucht, sollte darauf achten, einen ausreichend großen Vorrat mitzunehmen, sodass er über den Urlaub gut versorgt ist. Sind Sie unsicher, ob Ihre Medikamente Hitze vertragen und wie Sie diese richtig transportieren und am Urlaubsort aufbewahren, fragen Sie bei Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Ärztin oder in der Apotheke nach. Und: Müssen Sie Medikamente zu festen Zeitpunkten einnehmen, berücksichtigen Sie mögliche Zeitverschiebungen.

Medikamente ins Handgepäck

Wichtige Medikamente gehören ins Handgepäck. So sind sie immer greifbar und können nicht mit dem Koffer verloren gehen. Bestimmte Medikamente brauchen eine Bescheinigung vom Arzt oder der Ärztin über die Notwendigkeit der Einnahme, damit sie im Handgepäck mitgeführt werden dürfen. Klären Sie das vor Reiseantritt in der Arztpraxis ab.

Weiterführende Informationen für einen fitten und entspannten Sommer finden Sie in diesem Ratgeber „Gesund im Sommer“ der Gelben Seiten. Erfahren Sie,

  • wie Sie im Urlaub rascher entspannen können,
  • worauf Sie achten sollten, wenn Sie bei Hitze Sport treiben,
  • wie Sie trotz sommerlicher Temperaturen gut schlafen,
  • welche Tipps lange Urlaubsfahrten erträglicher machen,
  • was Kreislaufproblemen, Sonnenstich, Sonnenbrand und Sonnenallergie vorbeugt,
  • wie Sie Reisekrankheiten verhindern können,
  • was gegen Reiseübelkeit hilft,
  • warum Sie sich vor Zecken schützen sollten,
  • wie Sie Stechmücken abwehren,
  • welche Impfungen bei Auslandsreisen empfohlen sind.

Quellen:

Hitze: Risiken und Schutzmaßnahmen. Online-Information des Bundesministeriums für Gesundheit.

Was ist Heuschnupfen? Online-Information der Deutschen Lungenstiftung e. V.

Worauf achten beim Sonnenbrillenkauf? Online-Information des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands e. V. (BVA).

Repellentien und Lockmittel. Online-Information des Umweltbundesamts.

Mückenübertragene Erkrankungen. Online-Information der Robert Koch-Instituts (RKI).

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Online-Information des Bundesministerium für Gesundheit

Vorsorge ist besser als Heilen. Online-Information des Auswärtigen Amts.

Zeckenstich. Borreliose. Online-Information des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Wie viel Sonne ist zu viel? Online-Information des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Schwarzer Hautkrebs. Online-Information des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Nicht nur im Sommer: Am besten Wasser trinken. Online-Information der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE).

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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