Fuß umgeknickt? Wie die PECH-Regel bei Verstauchung hilft
Verstauchung - was bedeutet das?
Bei einer Verstauchung des Sprunggelenks handelt es sich um eine Verletzung von einem oder mehreren Bändern, die das Sprunggelenk stützen und stabilisieren. Meist entsteht die Verstauchung dadurch, dass der Außenknöchel wegknickt und entweder eines der Außenbänder oder das Innenband verletzt wird. Ein Knöchelbruch liegt bei etwa 5 bis 15 Prozent der Verstauchungen vor.
Fuß verstaucht: Symptome der schmerzhaften Fußverletzung
Eine Verletzung der Bänder, die durch ein Umknicken des Fußes entstanden ist, zeigt sich durch:
- Schwellung des Fußes
- Bluterguss
- Schmerzen beim Auftreten
- Schmerzen in Ruhe
- Einschränkung der Beweglichkeit
PECH-Regel: Erste Hilfe bei verstauchtem Fuß
Knickt man bei einer Wanderung oder beim Sport mit dem Fuß um, sind die ersten Minuten für den Heilungserfolg entscheidend. Mediziner raten, bei einer Verstauchung die PECH-Regel anzuwenden:
- Pause (Ruhigstellung)
- Eis (Kälteanwendung)
- Compression (Druckverband)
- Hochlagerung
Pause:Nach dem Umknicken muss der Fuß sofort geschont werden, sonst verschlimmert sich die Verletzung. Das Risiko für Einblutungen in das Gewebe sowie eine weitere Verletzung der Bänder steigt, wenn dem Fuß keine Ruhe gegönnt wird. Je schlimmer die Verletzung am Fuß ist, desto länger dauert die Heilung. Machen Sie eine Pause.
Eis:Wenn Sie mit jemandem unterwegs sind, bitten Sie ihn, Eis zu holen. Café und Restaurants haben Eiswürfel. Ist eine Apotheke in der Nähe, bekommen Sie dort eine Kühlkompresse. Sind Sie in der Natur unterwegs, nehmen Sie ein (Hals-)Tuch, befeuchten Sie es mit (Trink-)Wasser. Wird die verletzte Stelle gekühlt, wirkt das nicht nur schmerzlindernd, sondern verengt auch die Blutgefäße – was einen Bluterguss und die Schwellung reduziert. Vor allem die ersten 15 Minuten nach dem Umknicken sind für die Kühlung wichtig. Achtung: Eis oder Kältekompressen nicht direkt auf die Haut legen, da dies zu Erfrierungen führen kann.
Compression:Legen Sie einen Druckverband an. Dieser gibt dem Fuß Stabilität und verhindert, dass die Bänder weiter Schaden nehmen. Zudem wird durch den Verband der Blutfluss eingeschränkt – was in Hinblick auf den Bluterguss und die Schwellung wichtig ist. Der Verband sollte eng sitzen, aber keine Schmerzen verursachen. Auf keinen Fall darf der Druckverband Taubheitsgefühle oder ein Kribbeln auslösen. Haben Sie kein Erste-Hilfe-Set mit einem Verband dabei, lassen Sie den Schuh zunächst an. Dieser wirkt ebenfalls stützend.
Hochlagerung: Der Fuß sollte auf jeden Fall hochgelagert werden – am besten den Rest des Tages. Die Schwerkraft hemmt den Blutfluss etwas und auch die Ansammlung von Gewebewasser wird verringert. So verhindern Sie, dass der Fuß weiter anschwillt und es zu stärkeren Einblutungen kommt. Lagern Sie zum Schlafen den Fuß ebenfalls hoch – das geht mit einer zusammengerollten Decke oder einem Kissen gut.
Fuß verstaucht: Das macht der Arzt
Mit einem verstauchten Fuß sollten Sie einen Arzt aufsuchen – auch wenn Sie die PECH-Regel angewendet haben. Der Arzt untersucht, wie stark die Verletzung ist und ob der Fuß vielleicht sogar (an-)gebrochen ist. Das Ziel der Behandlung einer Verstauchung ist, die Schmerzen zu lindern und den Fuß zu stabilisieren. Sind die Bänder verletzt, kommt es vor allem auf abschwellende Maßnahmen an. Die Einnahme von Schmerzmitteln hemmt die Schmerzen.
So lange dauert die Heilung nach einer Verstauchung
Sind die Bänder bei der Verstauchung nur überdehnt, klingen die Beschwerden nach einigen Tagen meist ab und der Fuß kann wieder vorsichtig belastet werden. Bei einer leichten Verstauchung kann man nach etwa einer Woche normal gehen.
Sind die Bänder angerissen oder gerissen, dauert es einige Wochen, bis der Fuß wieder voll belastbar ist. Der Patient muss in dieser Zeit oft eine Schiene oder Orthese tragen, um den Fuß zu stabilisieren und zu schonen. So können die Bänder leichter wieder zusammenwachsen. Bei einem Bänderriss verordnet der Arzt zudem Krankengymnastik.
Bei starken Schwellungen oder wenn der Fuß gebrochen ist, werden Gips und Unterarmgehstöcke notwendig. Ist die Bewegungsfähigkeit stark oder länger eingeschränkt, wird der Arzt Anti-Thrombosen-Spritzen verordnen. Manchmal ist eine operative Stabilisierung des Fußes notwendig.