Kind spielt mit Waschkapseln, Waschgelkapseln. Halten Sie Haushaltschemikalien von Kindern fern
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Putzmittelvergiftung bei Kindern: Schnelles Handeln ist jetzt wichtig

Dass Putzmittel nicht in der Nähe von Kindern aufbewahrt werden sollen, ist sicherlich mittlerweile jedem bekannt. Der Nachwuchs weiß schließlich nicht, wie giftig und gefährlich der Inhalt der verführerisch bunten Behälter sein kann. Außerdem ist Verbotenes oft meist noch interessanter und reizvoller für die Kleinen. Wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch mal zu einer Putzmittelvergiftung kommt, müssen Sie schnell handeln!

Wie kommt es zu einer Vergiftung bei Kleinkindern?

Kleinkinder erforschen in jeder Sekunde ihre Umwelt. Sie sind äußerst neugierig und experimentierfreudig. In der sogenannten oralen Phase nehmen Kinder meist alle mögliche Sachen in den Mund. Besonders flüssige Putzmittel mit ihren bunten Farben wirken für Kinder eher anziehend als abschreckend. So können giftige Stoffe in den Magen Ihres Kindes gelangen und zu einer Vergiftung führen.

Wie erkenne ich eine Vergiftung und auf welche Symptome sollte ich achten?

Eine Vergiftung lässt sich bei Kindern in der Regel gar nicht so häufig erkennen, da sie oftmals symptomlos oder nur mit leichten Symptomen einhergehen. Zudem wirkt sich die Vergiftung unterschiedlich je nach Menge und Ursache der schädlichen Stoffe aus.

Achten Sie bei Ihrem Kind auf Anzeichen wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Blähungen. Diese Symptome können auf eine Vergiftung im Magen-Darm-Trakt hindeuten. Suchen Sie in diesem Falle dringend einen Kinderarzt oder eine Kinderärztin auf, um weitere mögliche körperliche Verschlechterungen vorzubeugen. Bei einer schwerwiegenden Vergiftung kann es zudem zu Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit und Atembeschwerden kommen. Hier ist es wichtig, schnell zu handeln und den Notruf unter 112 zu wählen.

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Schnelles Handeln ist wichtig

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann sich ein Kind an Putzmitteln vergiften. Kurz nicht hingeschaut und schon ist es passiert. Vorwürfe helfen jetzt wenig. Am wichtigsten ist es, schnell zu handeln, da eine Vergiftung lebensbedrohlich werden kann.  

Giftnotrufzentrale anrufen

Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihr Kind sich vergiftet haben könnte, gilt es zunächst Ruhe zu bewahren und sich bei der Giftnotrufzentrale zu melden. Diese erreichen Sie unter verschiedenen Nummern, je nach Bundesland. Unter den unten aufgezählten Telefonnummern erhalten Sie medizinische Hilfe und Ratschläge, wie Sie sich bei einer Vergiftung zu verhalten haben und wie Sie nun vorgehen müssen. Wichtig ist es, vor dem Anruf folgende Informationen parat zu haben:

-       Wer hat sich vergiftet? (Alter, Gewicht, Geschlecht und Vorerkrankungen der vergifteten Person)

-       Was hat die Symptome hervorgerufen? (Reinigungsprodukte, Medikamente, etc.)

-       Was ist passiert und wie kam der Kontakt? (Einatmen, Schlucken, Haut- oder Augenkontakt, etc.)

-       Wie viel wurde eingenommen?

-       Wann wurde das Mittel eingenommen?

-       Welche Symptome können Sie beobachten?

-       Welche Maßnahmen wurden bisher getroffen? 

Bundesland

Zuständiges Institut

Notrufnummer (24 Std.)

Baden-Württemberg

Vergiftungs-Informationszentrale Freiburg

Mathildenstr. 1

79106 Freiburg

www.uniklinik-freiburg.de/giftberatung

0761 - 19240

Bayern

Toxikologische Abteilung

II. Med. Klinik der Technischen Universität München

Ismaninger Str. 22

81675 München

www.toxikologie.mri.tum.de

089 - 19240

Berlin

Giftnotruf der Charité

Universitätsmedizin Berlin

Campus Benjamin Franklin

Hindenburgdamm 30

12203 Berlin

www.giftnotruf.charite.de

030 - 19240

Brandenburg

Giftnotruf der Charité

Universitätsmedizin Berlin

Campus Benjamin Franklin

Hindenburgdamm 30

12203 Berlin

www.giftnotruf.charite.de

030 - 19240

Bremen

Giftinformationszentrum-Nord

Universitätsmedizin Göttingen:

Georg-August-Universität

Robert-Koch-Str. 40

37075 Göttingen

www.giz-nord.de

0551 - 19240

Hamburg

Giftinformationszentrum-Nord

Universitätsmedizin Göttingen:

Georg-August-Universität

Robert-Koch-Str. 40

37075 Göttingen

www.giz-nord.de

0551 - 19240

Hessen

Giftinformationszentrum Rheinland-Pfalz/Hessen/Saarland

Langenbeckstr. 1

55131 Mainz

www.unimedizin-mainz.de/giz

06131 - 19240

Mecklenburg-Vorpommern

Gemeinsames Giftinformationszentrum (GGIZ)

c/o HELIOS Klinikum Erfurt

Nordhäuser Str. 74

99089 Erfurt

www.ggiz-erfurt.de

0361 - 730 730

Niedersachsen

Giftinformationszentrum-Nord

Universitätsmedizin Göttingen:

Georg-August-Universität

Robert-Koch-Str. 40

37075 Göttingen

www.giz-nord.de

0551 - 19240

Nordrhein-Westfalen

Informationszentrale gegen Vergiftungen

Universitätsklinikum Bonn

Zentrum für Kinderheilkunde

Adenauerallee 119

53113 Bonn

www.gizbonn.de

0228 - 19240

Rheinland-Pfalz

Giftinformationszentrum Rheinland-Pfalz/Hessen/Saarland

Langenbeckstr. 1

55131 Mainz

www.unimedizin-mainz.de/giz

06131 - 19240

Saarland

Giftinformationszentrum Rheinland-Pfalz/Hessen/Saarland

Langenbeckstr. 1

55131 Mainz

www.unimedizin-mainz.de/giz

06131 - 19240

Sachsen

Gemeinsames Giftinformationszentrum (GGIZ)

c/o HELIOS Klinikum Erfurt

Nordhäuser Str. 74

99089 Erfurt

www.ggiz-erfurt.de

0361 - 730 730

Schleswig-Holstein

Giftinformationszentrum-Nord

Universitätsmedizin Göttingen:

Georg-August-Universität

Robert-Koch-Str. 40

37075 Göttingen

www.giz-nord.de

0551 - 19240

Thüringen

Gemeinsames Giftinformationszentrum (GGIZ)

c/o HELIOS Klinikum Erfurt

Nordhäuser Str. 74

99089 Erfurt

www.ggiz-erfurt.de

0361 - 730 730

Erste Hilfe bei einer Vergiftung

Wichtig ist es nach einer möglichen Vergiftung erst einmal Ruhe zu bewahren und die Giftnotzentrale zu wählen. Sollte Ihr Kind die Bewusstlosigkeit verlieren oder sich schwererkrankt zeigen, rufen Sie umgehend den Notruf 112!

Außerdem sollten Sie kein Erbrechen auslösen, da die Substanzen noch weitere Schäden wie eine Verätzung der Speiseröhre anrichten könnten.

Je nach Art der Einnahme des Giftes gilt es schnell zu handeln. Hat Ihr Kind die giftige Substanz geschluckt? In einem wachen Zustand können Sie Ihrem Kind Wasser, Tee oder Sirup zum „Nachkippen“ geben. In der Regel gilt bei schäumenden sowie äztenden Substanzen nur ein Schluck zu trinken zu geben und schnell zu handeln (maximal 30 Minuten nach der Einnahme). Hat Ihr Kind die Substanz eingeatmet, sorgen Sie für frische Luft. Warten Sie nicht lange, um mögliche Symptome zu erkennen, sondern lassen Sie sich im Falle einer Vergiftung bei Ihrem Kind umgehend ärztlich beraten!

Lesetipp: Vergiftung bei Kindern - was Eltern sofort tun müssen

Vorbeugung einer Vergiftung

Achten Sie darauf, gefährliche Substanzen nicht in Reichweite Ihrer Kinder aufzubewahren und diese am besten in hohen Schränken, an die Ihre Kinder nicht rankommen können, zu verschließen. Dazu zählen alle möglichen Putz- und Reinigungsmittel, Medikamente, Waschmittel, Brennspiritus sowie hochprozentiger Alkohol. Mittel, die Sie umfüllen, sollten zudem nie in Flaschen oder Gläsern verwahrt werden.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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