Nagelpilz: Helfen Hausmittel gegen die Pilzinfektion?
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Nagelpilz: Helfen Hausmittel gegen die Pilzinfektion?

Nagelpilz ist eine hartnäckige Angelegenheit. Wäre es nicht praktisch, wenn Sie die Infektion einfach mit Hausmitteln bekämpfen könnten? Hier erfahren Sie, ob Essig, Teebaumöl und Co. wirklich helfen.

Nagelpilzbehandlung ist eine Geduldsprobe

In der Regel tritt die Pilzerkrankung an den Füßen auf, seltener sind die Fingernägel befallen. Die Behandlung von Nagelpilz kann einige Wochen, in schweren Fällen sogar Jahre dauern. Da ist es nur allzu verständlich, dass Betroffene alle Möglichkeiten ausprobieren, um die Pilzinfektion möglichst schnell und dauerhaft loszuwerden. Bei der Onlinerecherche stoßen die Patienten dabei auf allerlei Hausmittel – oft mit fragwürdiger Wirkung. Doch was hilft gegen Nagelpilz? Apotheken und Hautärzte sind ohne Zweifel die wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen den Pilz an Fuß oder Fingernagel. Mit Tinkturen und in schweren Fällen auch mit Tabletten, die spezielle pilzabtötende Wirkstoffe (Antimykotika) beinhalten, wird der Nagelpilz bekämpft.

Bekannte Hausmittel zur Behandlung von Nagelpilz

Gerade in Onlineforen findet sich eine bunte Ansammlung von Hausmitteln, die durch Auftupfen oder in Form eines Fußbades gegen die hartnäckige Infektion helfen sollen. Darunter sind Allrounder wie Alkohol, Essig und Backpulver, aber auch Mittel wie Teebaumöl, Knoblauch, Lavendelöl, Zahnpasta oder Eigenurin. All diese Hausmittel haben eines gemeinsam: Sie funktionieren nicht. Bei keinem dieser Mittel wurde in wissenschaftlichen Tests eine relevante Wirksamkeit nachgewiesen. Vielmehr besteht bei vielen Hausmitteln die Gefahr einer allergischen Reaktion und einer weiteren Reizung und Schädigung der Haut, was die ohnehin schon langwierige Behandlung des Nagelpilzes noch weiter verzögert. Wenn Sie zum Beispiel versuchen, Ihren Nagelpilz mit Essig oder Essigessenz zu behandeln, riskieren Sie Verätzungen und den Verlust Ihres Nagels.

Unterstützung mit Heilpflanzen

Es gibt unter den Hausmitteln allerdings Ausnahmen, die tatsächlich Wirkung zeigen: Fußbäder mit Salbei oder Eichenrinde können die Behandlung mit Antimykotika unterstützen, da diese Heilpflanzen nachweislich eine entzündungshemmende Wirkung haben. Sie sind aber ebenfalls kein Ersatz für die Mittel aus der Apotheke!

Hausmittel gegen wiederkehrenden Nagelpilz: Waschen

Pilzsporen sind extrem widerstandsfähig und können sich in Schuhen, Socken und Badezimmerteppichen einnisten. Von dort aus kann es immer wieder zu Neuinfektionen kommen. Um den Nagelpilz langfristig loszuwerden, sollten Sie Ihre Socken und Badtextilien regelmäßig bei mindestens 60 Grad Celsius waschen, Ihre Schuhe, Fußböden und Nagelpflegewerkzeuge desinfizieren und während einer bekannten Nagelpilzinfektion nicht barfuß laufen, um den Pilz nicht in der Wohnung zu verteilen.

Auch bei der Körperhygiene gilt: Waschen Sie sich bei einer Nagelpilzinfektion mindestens einmal täglich die Füße und trocknen Sie diese danach sorgfältig ab – insbesondere auch zwischen den Zehen, da sich hier schnell Fußpilz bildet, der leicht vom Fuß auf den Nagel überspringt. Desinfizieren sich auch die Hände, nachdem Sie die Fußnägel behandelt haben, damit Sie keine Infektion des Fingernagels riskieren.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
SM
Sascha Müller
Autor/-in
Ob Krankheiten behandeln oder die Traumfigur erreichen: Sascha Müller setzt sich als gelernter Fitnesskaufmann mit Faible für Medizin mit jeglichen Fragen im Gesünder Leben-Bereich auseinander.
Sascha Müller
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